Wenn das bürgerschaftliche Engagement endet: Qualitative Analysen von Engagementabbrüchen und ihren Auswirkungen in ländlichen Räumen
Bei der Betrachtung verschiedener Engagementfelder zeigen sich individuelle Engagementverläufe, die häufig mit einem Engagementabbruch enden. Solche Abbrüche haben auf individueller Ebene, für Organisationen und Gemeinschaften sowie auf gesellschaftlicher Ebene spürbare Auswirkungen.
Für Engagierte kann der Verlust sozialer Teilhabe psychosoziale Belastungen nach sich ziehen, während Organisationen und Gemeinschaften wichtige Beiträge zur Zielerreichung fehlen. Gesellschaftlich beeinflussen Engagementabbrüche die soziale Inklusion, den solidarischen Zusammenhalt und die demokratische Teilhabe.
Das qualitative Promotionsvorhaben untersucht, wie Engagementabbrüche verlaufen, welche Abbruchformen existieren und welche Auswirkungen daraus entstehen können. Es knüpft an aktuelle Diskurse der Engagementforschung an und baut auf bestehende Forschungsergebnisse auf.
Die Datengrundlage bilden autobiografisch-narrative Interviews mit ehemals Engagierten aus unterschiedlichen Bereichen, darunter Flüchtlingshilfe, Feuerwehr, Heimat-, Musik- und Sportverein sowie ein Bürgerbusprojekt (vgl. Schütze 1983; Rosenthal 2002). Das Sample umfasst Personen verschiedenen Geschlechts, Alters und Lebenssituationen. Die Interviews wurden nach Schütze (1983) und Rosenthal (2002) geführt; die Auswertung erfolgt gemäß Grounded Theory mit dem Kodierverfahren nach Strauss und Corbin (1996). Ziel des Vorhabens ist es, das Verständnis für den Verlauf und die Prävention von Engagementabbrüchen – insbesondere in ländlichen Räumen – zu fördern sowie deren problematische Auswirkungen sichtbarer zu machen und im Diskurs sowie in der Engagementförderung stärker zu berücksichtigen.
Kontakt: Malina Küster (vormals Haßelbusch)